Neugier gegenüber behinderten Menschen: Alles eine Frage des Respekts
Immer wieder erlebe ich das man von wildfremden Menschen beim Einkaufen, im Restaurant oder auch nur so aus dem Nichts, auf die Behinderung, angesprochen wird, ohne auch nur ein Wort miteinander gewechselt zu haben.
Ich verstehe ehrlich gesagt nicht, warum manche Menschen immer noch das Bedürfnis haben jemanden ungefragt auf seine Behinderung anzusprechen.
Solche Fragen sind übergriffig. Kinder dagegen sollte ein offener Umgang mit einer Behinderung, seitens der Eltern, beigebracht werden. Kinder müssen den Umgang erst lernen und das geht halt eben nur über Fragen zu stellen.
Hierbei kann man die unterschiedlichsten Reaktionen der Eltern beobachten. Diese sind sich nämlich häufig uneinig und unsicher, wenn es darum geht, ihren Kindern etwas über Behinderungen beibringen zu müssen. Vor allem auf offener Straße. Plötzlich, weil das Kind Antworten fordert. Einige Eltern schelten dann ihre Kinder, wenn sie fragen, was mit einem Menschen mit Behinderung nicht in Ordnung ist und zerren es weg:
Man zeigt nicht auf andere Menschen!
Da guckt man nicht hin!
Und das sind nur ein paar harmlose Aussagen die dem Kind gesagt werden, dabei hat das Kind doch nur ein paar Fragen.
Andere Eltern hingegen nehmen es eher gelassen und erlauben den Kindern zu mir zu rennen und sich anzunähern. Sie versuchen zu erklären was los ist, wissen es aber oft selber nicht und wirken sehr unsicher.
Kinder sind neugierig und wollen die Welt verstehen. Dies ist fraglos eine ihrer besten und gleichzeitig nervenaufreibendsten Eigenschaften. Daher hier nun ein paar kleine Tipps mit Dingen, die Eltern ihren Kindern über Behinderungen beibringen können.
Wenn das Kind jünger ist, reicht oft ein einfacher Satz wie:
Sie hatte vielleicht einen Unfall oder ist krank geworden!
Sind die Kinder älter, ist Ehrlichkeit am Besten:
Ich kann es dir nicht sagen! Wenn du möchtest können wir aber gerne fragen gehen!
Mir ist natürlich klar das, dass Fragen natürlich eine große Überwindung kostet und leider viel zu selten dann auch stattfindet. Wenn die Kinder oder Eltern sich trauen zu fragen, dann gebe ich ihnen eine auf meine Behinderung spezifische Antwort:
Bei mir waren viele kleine Teilchen in meinem Bein krank, wie kleine Bausteine die aufeinander gebaut wurden. Damit ich aber leben darf und Spaß haben darf, hat man mir dann das Bein abgenommen.
Kinder verstehen das dann sofort und geben sich dann auch damit zufrieden.
Anders sein ist nicht schlecht:
Anstatt alles als traurige Geschichte darzustellen, sobald eine Nachfrage meiner Behinderung auftaucht, gefallen mir Sätze wie:
Aber es ist so in Ordnung.
Die Welt ist voller Menschen, die anders sind.
Wir alle gehen unseren Weg auf andere Weise, wichtig ist nur, dass man ankommt.
Es ist kein Geheimnis, dass Kinder Schwämme sind, die die Gefühle von ihren Eltern sofort aufsaugen. Wenn Eltern sich nervös, ängstlich oder unangenehm in der Nähe von Menschen mit Behinderungen fühlen, dann werden sich ihre Kinder schnell genauso fühlen. Eltern sollten versuchen, diese Gefühle im Interesse ihrer Kinder beiseite zu schieben. Sie sollten freundlich und ruhig bleiben, wenn ihnen ein Mensch mit Behinderung begegnet. Dann werden ihre Kinder – hoffentlich auch noch wenn sie erwachsen sind – das Gleiche tun.
Ich weiß, alles was hier steht ist leichter gesagt, als getan. Erziehung ist eine große Verantwortung. Das Ziel ist es, Kinder zu fantastischen Erwachsenen zu machen. Ich kenne viele Menschen, die mit Menschen mit Behinderung aufgewachsen sind und sie sind die unverkrampftesten Menschen, die ich je getroffen habe.
Natürlich wird nicht jeder Mensch mit Behinderung den obigen Empfehlungen zustimmen. Es ist, wie bei jedem Menschen ratsam, einfach nach dem gewünschten Umgang zu fragen.
Man kann Wissen von allen lernen!
Was das alles mit meinem Alltag zu tun hat und wie mich das ganze beeinflusst ,dass könnt ihr in meinen nächsten Blog -Beitrag dann nachlesen.
In den Kommentaren dürft ihr gerne mit mir in den Austausch treten.